Zwei Männer, zwei Räder und jede Menge Erzgebirge
Der SCOTT Erzgebirgs-Bike-Marathon – der älteste Mountainbike-Marathon Deutschlands. Zum mittlerweile 34. Mal trafen sich hier Menschen, die offenbar der Meinung sind, dass ein gemütlicher Sonntag auf der Couch völlig überbewertet wird.
Austragungsort ist ein beschauliches Dörfchen mit rund 2.000 Einwohnern, weltbekannt für seine Volkskunsttradition und idyllisch gelegen im Erzgebirge, ungefähr eine Autostunde von Chemnitz und Dresden entfernt – direkt an der Grenze zu Tschechien. Eine wunderschöne Gegend also. Perfekt, um sich freiwillig 40 oder 70 Kilometer über Stock und Stein zu quälen.
Auch aus unserem Team fanden sich wieder zwei besonders mutige – oder leichtsinnige – Starter auf der Teilnehmerliste: Kohle und Andre.
Beide wussten ziemlich genau, was auf sie zukommt. Schließlich hatten sie bereits unter anderen Bedingungen an gleicher Stelle Bekanntschaft mit den Bergen gemacht.
Am Tag vor dem Rennen hatte Petrus noch ordentlich den Wasserhahn aufgedreht. Zum Glück hielt sich der Regen anschließend zurück, sodass die Strecke erstaunlich gut abgetrocknet war. Nur an wenigen Stellen war der Boden noch aufgeweicht. Also perfekte Bedingungen – zumindest für diejenigen, die Matsch mögen, gerne putzen oder einfach grundsätzlich keine sauberen Fahrräder besitzen.
Kohle hatte sich für die große 70-Kilometer-Runde entschieden. Offenbar war ihm die normale Wochenendbeschäftigung zu langweilig. Nach 4:18:02 Stunden erreichte er das Ziel und belegte damit einen respektablen 97. Platz im Gesamtklassement. In seiner Altersklasse reichte es sogar für einen starken 14. Platz.
70 Kilometer Erzgebirge – da kann man schon mal stolz sein. Oder zumindest froh, dass das Fahrrad noch alle Teile besitzt.
Andre ging es etwas gemütlicher an – zumindest auf dem Papier. Er startete über den „kleinen Kanten“ mit 40 Kilometern. Nach 2:15:54 Stunden war auch für ihn die Bergprüfung beendet. Im Gesamtklassement landete er auf Platz 101, in seiner Altersklasse auf einem guten 18. Platz.
Damit haben beide eindrucksvoll bewiesen: Man muss nicht unbedingt den längsten Kanten fahren, um sich hinterher zu fragen, warum man sich das eigentlich angetan hat.
Am Ende zählen aber nicht nur Platzierungen und Zeiten, sondern vor allem der Spaß, die Herausforderung und die Tatsache, dass beide wieder heil im Ziel angekommen sind.
Und so bleibt eigentlich nur festzuhalten: Zwei Starter, zwei Strecken, jede Menge Höhenmeter – und hoffentlich beim nächsten Mal wieder genauso viel Motivation, sich freiwillig den Erzgebirgs-Bergen auszusetzen.
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