Am 30. August fiel der Startschuss für die mittlerweile 10. Auflage der „Hölle von Q“ in Quedlinburg. Der besondere Mitteldistanz-Triathlon führt die Athleten über drei verschiedene Standorte und versprach auch in diesem Jahr wieder eine anspruchsvolle Mischung aus Kälte, Wind, Höhenmetern und landschaftlichen Highlights.
Kaltstart im Ditfurter See
Der Wettkampftag begann früh: Bereits um 6:30 Uhr erfolgte der Startschuss im Ditfurter See. Ich hatte mich bewusst gegen einen Neoprenanzug entschieden – eine Entscheidung, die ich im kalten Wasser zunächst durchaus hinterfragte. Knapp 40 Minuten später war der „Wasserspuk“ jedoch vorbei und der erste Teil der Hölle geschafft.
Der anschließende Wechsel aufs Rad dauerte allerdings deutlich länger als geplant. Die Kälte hatte ihre Spuren hinterlassen und machte das Anziehen der Radbekleidung zu einer echten Herausforderung.
Doch spätestens auf den ersten Kilometern und mit Blick auf die insgesamt 1.400 Höhenmeter sollte sich das Problem erledigen: Es wurde spürbar wärmer.
1.400 Höhenmeter und eine spektakuläre Abfahrt
Auf den flacheren Teilstücken machte vor allem der kräftige Gegenwind das Vorankommen schwer. Und auch die ersten Anstiege ließen nicht lange auf sich warten. Die Strecke hatte es definitiv in sich.
Ein besonderes Highlight war der Anstieg hinauf nach Friedrichsbrunn bei Thale. Nach dem kräftezehrenden Aufstieg wartete eine lange, steile und kurvenreiche Abfahrt – genau die Art von Abfahrt, für die sich die vorherigen Höhenmeter beinahe lohnen.
Doch damit war die Herausforderung noch nicht vorbei: Bevor es in Richtung zweiter Wechselzone ging, musste die gerade absolvierte Abfahrt erneut hinaufgestrampelt werden, bevor man sich ein zweites Mal in die rasante Abfahrt stürzen durfte. Ein Streckenabschnitt, der Kraft kostete, aber gleichzeitig für ordentlich Adrenalin sorgte.
Zu Fuß durch die Altstadt
Der zweite Wechsel gelang deutlich schneller und so ging es auf die abschließende Laufstrecke.
Auch hier warteten zahlreiche landschaftliche und sportliche Highlights. Die Strecke führte unter anderem an der imposanten Teufelsmauer vorbei. Später ging es durch die wunderschöne Altstadt von Quedlinburg – allerdings nicht ohne weitere Höhenmeter. Die teils steilen Anstiege durch die historische Altstadt verlangten nach den bereits absolvierten Kilometern noch einmal einiges ab.
Insgesamt kamen beim Lauf rund 200 Höhenmeter zusammen. Umso schöner war schließlich der Moment, als der Quedlinburger Marktplatz in Sicht kam und der Zieleinlauf näher rückte. Nach Schwimmen, Radfahren, zahlreichen Anstiegen und einem anspruchsvollen Lauf war die „Hölle“ endlich geschafft. Platz 8 in der AK 45 in einer Zeit von 5:43:23 lautete das Ergebnis.
Ein etwas ungewöhnliches Ende
Eine Besonderheit des Rennens zeigte sich allerdings erst nach dem Zieleinlauf: Durch die Aufteilung der Wettkampfstrecke auf mehrere Standorte musste der Rückweg anschließend in Eigenregie organisiert werden.
Also hieß es zunächst: Mit dem Zug von Quedlinburg zurück zum Start, wo das Auto stand. Anschließend ging es weiter nach Thale, um dort noch das Fahrrad einzusammeln.
Nach einer absolvierten Mitteldistanz ist das sicherlich nicht unbedingt das, was man sich für den gemütlichen Ausklang eines langen Wettkampftages wünscht. Trotzdem überwiegt am Ende der positive Eindruck.
Die „Hölle von Q“ ist ein kleiner, familiärer und zugleich anspruchsvoller Triathlon, der mit einer abwechslungsreichen Strecke, vielen Höhenmetern und einer beeindruckenden Landschaft einiges zu bieten hat. Die ungewöhnliche Streckenführung macht den Wettkampf vielleicht nicht ganz unkompliziert – aber gerade das verleiht ihm seinen besonderen Charakter.
Eine Mitteldistanz, die ihrem Namen alle Ehre macht – und an die man sich gerne zurückerinnert.
Bilder: Manuel Schiller


