Und wieder nassen Sättel
Nach drei Jahren Abstinenz ist es endlich so weit: Wir schaffen es tatsächlich, einen gemeinsamen Termin zu finden! Ein kleines Wunder, das eigentlich schon als erste sportliche Leistung des Tages gewertet werden könnte.
Treffpunkt ist der Ausgangspunkt in Irgersdorf. Alles ist vorbereitet, die Räder stehen bereit – nur einer hat offensichtlich etwas gegen unsere Tour: der Wettergott.
Pünktlich zum Start um 8:30 Uhr öffnet der Himmel sämtliche Schleusen. Es schüttet wie aus Eimern. Also verschieben wir den Start kurzerhand um 1,5 Stunden. Schließlich wollen wir ja nicht völlig durchnässt losfahren.
Endlich geht es auf die Strecke. Erste Anlaufstelle: der Pico mit 499 m. Schnell ein Gipfelfoto geschossen, länger wollen wir uns dort bei dem Wetter nicht aufhalten. Weiter geht’s Richtung Valtenberg.
Dort angekommen, dann das Déjà-vu:
Alles geschlossen.
Offenbar haben die Baudenbetreiber beschlossen, dass Radfahrer bei Regen nicht zur Zielgruppe gehören. Also bleibt uns nur der Griff in den Rucksack. Ein Riegel muss her. Kulinarisch kein Highlight, aber immerhin geöffnet.
Hoffentlich geht das nicht so weiter…
Nächste Station: Bieleboh.
Doch bis dahin kommen wir gar nicht erst. In Sohland wird kurzerhand Google Maps konsultiert – und siehe da: Eine Filiale der Bäckerei Schwertner!
Was für ein Glück!
Mittlerweile ist es 14:00 Uhr und wir sitzen bereits seit 3,5 Stunden im Sattel. Da kommt die Bäckerei gerade recht. Kalorien tanken, Kräfte sammeln und ein schönen großen Kaffee.
Danach fühlen wir uns so gestärkt, dass wir die Baude am Bieleboh (500 m) kurzerhand links liegen lassen.
Ein Fehler?
Nein.
Denn jetzt geht’s im Eiltempo Richtung Czorneboh (557 m).
Und diese Entscheidung sollte sich noch als goldrichtig herausstellen.
Fünf Minuten vor Schließung erreichen wir die Baude und schaffen es tatsächlich noch hinein!
Kuchen, Saft und Cola – plötzlich fühlt sich die Tour gar nicht mehr so schlimm an. Wir haben den Jackpot geknackt.
Zwei Wanderer kommen wenige Minuten nach uns an.
Zu spät.
Die Tür ist zu.
Wir dagegen sitzen glücklich mit Kuchen und Getränken da.
Man muss eben Prioritäten setzen.
Jetzt heißt es Endspurt. Im Eiltempo weiter zur Mönchswalder Bergbaude (447 m) – unserer letzten Station. Die Strecke wurde ruppig und unsere Federgabeln noch einmal auf Herz und Nieren geprüft.
Allerdings ist auch hier niemand mehr zu erreichen.
Aber inzwischen ist uns das ziemlich egal. Das Ziel ist in Sicht: Nur noch 3,5 km bis zum Auto!
Also Zähne zusammenbeißen, Pedale treten und ab nach Hause.
Nach insgesamt 67 km, völlig durchnässt und mit 5,5 Stunden im Sattel, erreichen wir schließlich wieder unsere Ausgangsposition.
Wir sind wieder da! Und beim nächsten Mal nehmen wir einfach einen Regenschirm mit.





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