Rund um Sachsen
Unsupportet Langstrecken Radrennen über
920 km / ca. 8.500 hm
Dieses Jahr wurde im Rahmen des Rund um
Sachsen Events, die Europameisterschaft im Ultracycling durchgeführt.
Neben den Anwärtern auf den EM-Titel steht auch Christoph Strasser
am Start.
Auf der Strecke befinden sich etwa alle
200 km ein Checkpoint. An diesen kann ich einen kleinen Beutel mit
Verpflegung / Wechselklamotten hinterlegen.

Ich habe mich für mein Gravelbike
entschieden, da ich den Komfort des Rades bei der Strecke wichtiger
empfand als die mitunter höhere Geschwindigkeit des Rennrades.
Es gibt keinen Massenstart, sondern
jeder Fahrer startet mit einer Minute Abstand zum Vordermann.
Am Freitag, den 22.05.2026 ist um 10:06
mein Start. Nach kurzer Zeit überholte ich 2 der 3 vor mir
gestarteten Fahrer, was mich sehr verunsicherte. Ich nahm an, ich sei
zu schnell und versuchte stets in einem komfortablen Bereich zu
„rollen“. Der erste Streckenabschnitt war sehr flach es rollte
gut, ich wurde entspannter, als auch ich von nach mir gestarteten
Fahrern, eingeholt wurde.
Einziges Manko auf dem ersten Teil der
Strecke war, das ich meine eigens für das Rennen gekauften Kopfhörer
bei Versuch des Auspackens, direkt verloren habe. Ich habe zwar
angehalten, um sie wiederzufinden – aber das war vergebens.
Am ersten Checkpoint habe ich meine 4
Trinkflaschen neu gefüllt, es gab leckeren Kuchen und es ging nach
knapp 20 min direkt weiter – Ziel Fichtelberg.
Es dauerte etwas, bis die ersten Hügel
und Anstiege kamen. Es wurde Abend du ich hielt zur Sicherheit noch
an einer Tankstelle für Gummibärchen und ein Cola.
Die erste Bewährungsprobe stelle die
sog. Antonshöhe dar, die nach vielen vorherigen Anstiegen sehr steil
und sehr lang war. Hier musste ich auf dem Rettungsanker meines Rades
zurückgreifen.
Es wurde zunehmend kühler sodass ich
mich entschied noch einen kurzen Stopp zum Umziehen einzulegen.
Ärmlinge, Beinlinge und eine Jacke trug ich bei mir in den Taschen.
Gegen halb vier erreichte ich den
Fichtelberg wo der Checkpoint 2 war.

Ich nutze den Cp für eine Pause und
sortierte in Ruhe meinen hinterlegten Beute sowie meine Sachen, die
ich bei mir trug Es gab als Verpflegung Brühe und Kaffee. Da es sehr
kalt war, entschied ich mich mit langem Trikot und Beinlingen in die
Abfahrt zu gehen. Wohlwissend, das ich dieses Mehrgepäck den
restlichen Tag mittragen muss. Die vom Fichtelberg in den
Sonnenaufgang war etwas ganz besonderes und sollte eins der
Highlights dieser Tour werden.
Es stand ein ähnlich bergiger
Abschnitt bevor, wie Streckenabschnitt 2. Es sollte auch der für
mich härteste Teil werden. Mir tat der Hintern weh, der erwartete
Komfort wollte sich nicht einstellen. Ab und an überholte mich ein
Radfahrer, an den Anstiegen kam ich immer wieder ran, aber bergab und
auf den Geraden hatte ich auf dem Gravelbike keine Chance. Ab Pirna,
der Punkt wo wir die Elbe überquerten, wurde die Strecke etwas
bekannter und somit stieg meine Motivation wieder an. Es ging über
Hohenstein und Sebnitz in Richtung CP 3. Ab und an musste ich kurz
anhalten um meinem Hintern etwas Pause zu gönnen. Als CP 3 endlich
kam, hoffte ich, in meinem Beute eine neue trockene Radhose u finden.

Nach einigen Colas, Kuchenstücken und
einem Wechsel der Radklamotten ging es weiter in die Heimat. Die
Strecke sollte über Ostritz, Löbau, Görlitz Niesky entlangführen.
Leider war ich erst kurz nach Mitternacht in Niesky, sodass mein
Support am Wegesrand bereits im Lummerland war. Ich fuhr weiter mit
nach Kreba Neudorf, wo der letzte CP war. Es war etwa halb 3 Uhr
morgens und da ich auf dem Weg hierher langsam Schwierigkeiten mit
der Müdigkeit bekam. So kam es vor, das ich vor mir entlang der
Strecke dachte, Menschen zu sehen und ich fest der Meinung war, den
oder diejenigen zu kennen. Letztendlich waren es aber nur Bäume oder
Schilder. Diese und einige andere Situationen haben dazu geführt,
das ich mich entschied etwas zu schlafen. Es standen Feldbetten
bereit ich stelle den Wecker auf 2 Stunden und es dauerte nicht lange
bis ich diesen auch gleich wieder hören sollte.
Ich wachte auf und fuhr recht kühl und
leider etwas hungrig los. Ich hoffte auf eine Tankstelle da ich
keinerlei Gels oder Riegel mehr hatte und ziemlichen Hunger hatte. Es
sollte bis km. 120 dauern bin eine Tanke kam.
Hier gab es dann endlich Energie und da
ich nun keine Reserven mehr aufheben musste, konnte ich den Rest der
Strecke mit ordentlich Dampf zu Ende bringen.
Mein Transponder hielt nicht so lange,
diesem ging schon 3 Stunden vor dem Ziel die Puste aus. Das sorgte
dafür das ich recht überraschend ins Ziel rollte und Steven
(Organisator) mich nicht ankommen sah und mich etwas irritiert im
Ziel empfangen hat.
Im Ziel gab es das grüne Finisher
Triko, eine tolle Stimmung Applaus und ich wurde von Steven interviewt.

Ich fuhr ins nahegelegene Freibad
„Platsch“ wo ich duschen konnte. Mit jeder Minute, die ich vom
Rad gestiegen war, kamen immer mehr Wehwechen und der Körper zeigte
nach und nach die Folgen der Tour. Nahezu alles am Körper tat weh,
aber auf eine Art die durch eine (oder mehrere) heiße Dusche behoben
werden konnte. Ich fuhr danach die 2 Std. nach Hause und das war das
wahrscheinlich einzige, was ich beim nächsten Mal anders machen
würde. Obwohl – mit der Ausnahme das ich beim nächsten Mal doch
das Rennrad nehmen würde.