Dienstag, 26. Mai 2026

Rund um Sachsen

 

Rund um Sachsen

Unsupportet Langstrecken Radrennen über 920 km / ca. 8.500 hm

Dieses Jahr wurde im Rahmen des Rund um Sachsen Events, die Europameisterschaft im Ultracycling durchgeführt. Neben den Anwärtern auf den EM-Titel steht auch Christoph Strasser am Start.

Auf der Strecke befinden sich etwa alle 200 km ein Checkpoint. An diesen kann ich einen kleinen Beutel mit Verpflegung / Wechselklamotten hinterlegen.

Ich habe mich für mein Gravelbike entschieden, da ich den Komfort des Rades bei der Strecke wichtiger empfand als die mitunter höhere Geschwindigkeit des Rennrades.

Es gibt keinen Massenstart, sondern jeder Fahrer startet mit einer Minute Abstand zum Vordermann.

 

Am Freitag, den 22.05.2026 ist um 10:06 mein Start. Nach kurzer Zeit überholte ich 2 der 3 vor mir gestarteten Fahrer, was mich sehr verunsicherte. Ich nahm an, ich sei zu schnell und versuchte stets in einem komfortablen Bereich zu „rollen“. Der erste Streckenabschnitt war sehr flach es rollte gut, ich wurde entspannter, als auch ich von nach mir gestarteten Fahrern, eingeholt wurde.

Einziges Manko auf dem ersten Teil der Strecke war, das ich meine eigens für das Rennen gekauften Kopfhörer bei Versuch des Auspackens, direkt verloren habe. Ich habe zwar angehalten, um sie wiederzufinden – aber das war vergebens.


Am ersten Checkpoint habe ich meine 4 Trinkflaschen neu gefüllt, es gab leckeren Kuchen und es ging nach knapp 20 min direkt weiter – Ziel Fichtelberg.


Es dauerte etwas, bis die ersten Hügel und Anstiege kamen. Es wurde Abend du ich hielt zur Sicherheit noch an einer Tankstelle für Gummibärchen und ein Cola.

Die erste Bewährungsprobe stelle die sog. Antonshöhe dar, die nach vielen vorherigen Anstiegen sehr steil und sehr lang war. Hier musste ich auf dem Rettungsanker meines Rades zurückgreifen.

Es wurde zunehmend kühler sodass ich mich entschied noch einen kurzen Stopp zum Umziehen einzulegen. Ärmlinge, Beinlinge und eine Jacke trug ich bei mir in den Taschen.

Gegen halb vier erreichte ich den Fichtelberg wo der Checkpoint 2 war.

 

Ich nutze den Cp für eine Pause und sortierte in Ruhe meinen hinterlegten Beute sowie meine Sachen, die ich bei mir trug Es gab als Verpflegung Brühe und Kaffee. Da es sehr kalt war, entschied ich mich mit langem Trikot und Beinlingen in die Abfahrt zu gehen. Wohlwissend, das ich dieses Mehrgepäck den restlichen Tag mittragen muss. Die vom Fichtelberg in den Sonnenaufgang war etwas ganz besonderes und sollte eins der Highlights dieser Tour werden.

Es stand ein ähnlich bergiger Abschnitt bevor, wie Streckenabschnitt 2. Es sollte auch der für mich härteste Teil werden. Mir tat der Hintern weh, der erwartete Komfort wollte sich nicht einstellen. Ab und an überholte mich ein Radfahrer, an den Anstiegen kam ich immer wieder ran, aber bergab und auf den Geraden hatte ich auf dem Gravelbike keine Chance. Ab Pirna, der Punkt wo wir die Elbe überquerten, wurde die Strecke etwas bekannter und somit stieg meine Motivation wieder an. Es ging über Hohenstein und Sebnitz in Richtung CP 3. Ab und an musste ich kurz anhalten um meinem Hintern etwas Pause zu gönnen. Als CP 3 endlich kam, hoffte ich, in meinem Beute eine neue trockene Radhose u finden.

 

Nach einigen Colas, Kuchenstücken und einem Wechsel der Radklamotten ging es weiter in die Heimat. Die Strecke sollte über Ostritz, Löbau, Görlitz Niesky entlangführen. Leider war ich erst kurz nach Mitternacht in Niesky, sodass mein Support am Wegesrand bereits im Lummerland war. Ich fuhr weiter mit nach Kreba Neudorf, wo der letzte CP war. Es war etwa halb 3 Uhr morgens und da ich auf dem Weg hierher langsam Schwierigkeiten mit der Müdigkeit bekam. So kam es vor, das ich vor mir entlang der Strecke dachte, Menschen zu sehen und ich fest der Meinung war, den oder diejenigen zu kennen. Letztendlich waren es aber nur Bäume oder Schilder. Diese und einige andere Situationen haben dazu geführt, das ich mich entschied etwas zu schlafen. Es standen Feldbetten bereit ich stelle den Wecker auf 2 Stunden und es dauerte nicht lange bis ich diesen auch gleich wieder hören sollte.

Ich wachte auf und fuhr recht kühl und leider etwas hungrig los. Ich hoffte auf eine Tankstelle da ich keinerlei Gels oder Riegel mehr hatte und ziemlichen Hunger hatte. Es sollte bis km. 120 dauern bin eine Tanke kam.

Hier gab es dann endlich Energie und da ich nun keine Reserven mehr aufheben musste, konnte ich den Rest der Strecke mit ordentlich Dampf zu Ende bringen.

Mein Transponder hielt nicht so lange, diesem ging schon 3 Stunden vor dem Ziel die Puste aus. Das sorgte dafür das ich recht überraschend ins Ziel rollte und Steven (Organisator) mich nicht ankommen sah und mich etwas irritiert im Ziel empfangen hat.

Im Ziel gab es das grüne Finisher Triko, eine tolle Stimmung Applaus und ich wurde von Steven  interviewt.

Ich fuhr ins nahegelegene Freibad „Platsch“ wo ich duschen konnte. Mit jeder Minute, die ich vom Rad gestiegen war, kamen immer mehr Wehwechen und der Körper zeigte nach und nach die Folgen der Tour. Nahezu alles am Körper tat weh, aber auf eine Art die durch eine (oder mehrere) heiße Dusche behoben werden konnte. Ich fuhr danach die 2 Std. nach Hause und das war das wahrscheinlich einzige, was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Obwohl – mit der Ausnahme das ich beim nächsten Mal doch das Rennrad nehmen würde.